Freitag, 6. Mai 2016

Frankfurt kommuniziert - doch Hauptstadt des Verbrechens ?

05-06-Verbrechen

Ffm - Bornheim

Dienstag, 3. Mai 2016

Howard Marks (Mr. Nice) ist gestorben

Wie ich leider unlängst der Süddeutschen Zeitung entnehmen musste, ist Howard Marks gestorben. Das erstaunliche an diesem traurigen Umstand ist in gewisser Weise, dass er 71 Jahre alt geworden ist. Es gab bekanntlich Zeiten in seinem Leben, da konnte er nicht unbedingt damit rechnen, so alt zu werden.

Er gehörte zu den Menschen, deren Seele durch die 68er Revolte der Hippies und Studenten angefacht wurde und die nach deren Ende ihren eigenen Weg fanden, die Welt ein wenig zu verändern. Das außergewöhnliche an seinem Weg war, dass er in seinen guten Zeiten für 10% des gesamten Welthandels an Marihuana und Haschisch verantwortlich war. Ein Typ wie Du und ich, möchte man fast sagen, aufgewachsen in Wales, zum Studium nach London gekommen, in die Szene hineingewachsen, einem Kumpel mal bei einer Fahrt nach Amsterdam geholfen und dann war der Kumpel krank und er übernahm seinen Job und dann man trifft man auf einer Party einen pakistanischen Diplomaten und schon hat man den lieben langen Tag zu tun. Der Bekanntenkreis erweitert sich, die Mengen werden größer und man fängt an, mit Organisationen wie der IRA, der Mafia, dem britischen Geheimdienst, der Brotherhood of Ethernal Love in Kalifornien, der japanischen Yakuza, den chinesischen Triaden und dem CIA zusammen zu arbeiten. Ziemlich schnell entdeckte er die logistischen Vorteile des Frachtflugverkehrs im Interkontinentalgeschäft und so ging es halt immer weiter und weiter, bis er schließlich von der amerikanischen Drogenfahndung DEA unter juristisch nicht ganz sauberen Umständen in Spanien verhaftet und anschlie0end mehrere Jahre in einem amerikanischen Hochsicherheitsgefängnis verbrachte.

Es ist traurig, mitzuerleben, wie eine Epoche, ein Zeitalter, stirbt. Vor allem dann, wenn man selber von dieser Epoche geprägt wurde. Die Revolte der 60er Jahre, der Hippies und Studenten lebte von dem Wissen, dass Veränderungen möglich sind, dass man Regeln ändern und seine eigenen Vorstellungen realisieren kann.

Ich bin mir nicht sicher, ob es tragisch oder ironisch ist, dass genau diese Geisteshaltung auch diejenige des erfolgreichen Unternehmers im wahrsten Sinne des Wortes ist. So unterschiedlich ihre jeweiligen Intentionen auch sein mögen – der Unternehmer, der schnöden Profit scheffeln möchte, und der anarchistische Hippie, den der Wunsch nach anderen gesellschaftlichen Verhältnissen antreibt – in ihrem ureigenen Wesen sind sie Zwillinge.

Das Leben Howard Marks’ bestätigt diese These auf eine gerade zu absurde Weise. Wer Näheres wissen und diesen Menschen, „der Peter Pan aussehen lässt wie einen Rentner mit Schlafkrankheit (Lo-aded Magazin)“ ein wenig kennen lernen möchte, dem sei seine Autobiographie „Mr. Nice“, ISBN 3-933806-00-3, erschienen 1998 in Darmstadt bei grow!publishing ans Herz gelegt. Eine sehr vergnügliche und informative Lektüre!

Und ansonsten müssen wir akzeptieren, dass wir immer weniger werden.

Mittwoch, 30. März 2016

Vorgedacht 2

Wahrheit ist das wertvollste aller Güter
und soll gehandhabt werden
mit Sparsamkeit und Zurückhaltung.





Auf dem Grabstein des Rabbi Schloime Rosenbach;
nach André Kaminski

Montag, 28. März 2016

Projekt CICERO, 2. Teil

Ich brauche ein Expose – nicht zu umfangreich, damit es überhaupt gelesen wird, aber groß genug, um dem Leser ein fundiertes Urteil zu ermöglichen. Ich entschließe mich, den Klappentext, das Inhaltsverzeichnis, das Vorwort und drei ausgewählte Kapitel zu übersetzen. Das sollte reichen. Die einzelnen Kapitel sind nicht allzu umfangreich, die Sprache klar und verständlich (das Buch richtet sich an kunstinteressierte Laien), das Expose sollte ich bis zum Wochenende fertig stellen können.

Ich setze mich hin und lege los. Nach drei Abenden sitze ich vor der ersten Fassung des ersten Kapitels und dem Vorwort. Was anfangs eine leichte Fingerübung schien, entpuppt sich als mühsame und langwierige Arbeit. Es ist zwar Wochenende, als ich der Frau meines Herzens mein Werk präsentiere, aber das übernächste.

Was ich nicht bedacht hatte:
1. Einen Text zu schreiben dauert erheblich länger als einen Text zu lesen.
2. Der Umstand, dass ich den Text des Buches schon beim ersten Überfliegen verstanden habe, bedeutet nicht, dass ich den Text quasi nur abschreiben müsste. Das Ergebnis eines solchen Vorgehens ergibt einen Text, der zwar an und für sich verständlich ist, jeden Leser mit auch nur geringem Gefühl für Sprache aber innerlich frösteln lässt.

Ein Beispiel:
Das englische Original: The only way to understand art is to go to a museum and look at it.
Erste Übersetzung: Der einzige Weg, Kunst zu verstehen, ist, in ein Museum zu gehen und sie anzusehen.
Die Endfassung:
Kunst kann man nur verstehen, wenn man in ein Museum geht und sie ansieht.

Und dieses Problem stellt sich bei jedem zweiten Satz. Und es ist manchmal wirklich nicht einfach, für eine englische Redewendung den entsprechenden deutschen Ausdruck zu finden.

Aber irgendwann ist die Arbeit gemacht und hat die strenge und unerbittliche Endkontrolle durch die Frau meines Herzens erfolgreich bestanden.

Jetzt muss ich nur noch einen Verlag finden, dem das Ganze gefällt.

Freitag, 25. März 2016

Mail an SWR3 - Betrifft: Terroranschläge

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebes SWR3 - Team,

Als einer von Millionen Hörer, die ohne Sie nicht aufstehen können und-für die ein Tag ohne SWR3 ein verlorener Tag ist, muss ich mich jetzt leider beschweren:

Ihr Programm und die Berichterstattung bei Terroranschlägen sind unerträglich. Wie gestern nach dem Anschlag in Brüssel, aber auch vor einigen Wochen nach dem Anschlag in Istanbul, habe ich es nicht mehr ausgehalten und schweren Herzens umgeschaltet.

Was versprechen Sie sich von Interviews mit Reisenden vom Abflugschalter des Stuttgarter Flughafens, die Sie nach deren Gefühlen fragen? Das weiß ich doch selbst, wie ich mich in einer solchen Situation fühle! Dazu dieser getragene bedeutungs-schwangere Ton der Moderatoren - „Nichts wird mehr so sein, wie es vorher war“, gefolgt von einem „Aber wir dürfen jetzt nicht Panik und Schockstarre verfallen, sondern müssen unsere Freiheit und Freizügigkeit verteidigen, indem wir sie leben!“

Ihr Programm produziert auf diese Weise genau das, was Sie zu bekämpfen vorgeben: Wenn Sie mit den Passagieren reden als ob Sie es mit einem Himmelfahrtskommando der US- Marines zu tun haben, unterstützt das Panik und Furcht, Depression und Niedergeschlagenheit; Zustände, die es einem nicht leicht machen, Optimismus und Lebensfreude zu entfalten.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Natürlich müssen Sie auf so ein Ereignis reagieren und sich darauf beziehen – keine Frage. Und auf die gesellschaftliche Funktion und Bedeutung Ihres Senders brauche ich Sie ja nicht extra hin zu weisen.

Und da erwarte ich von Ihnen etwas mehr wie die Meldung, Frau Merkel verurteilt die Anschläge auf Äußerste. Ja, meinen Sie, ich glaube, Frau Merkel denkt bei dieser Meldung nur: Gut, dass ich nicht dabei war oder, schön, dass die jetzt endlich ihren Flughafen renovieren müssen?

Ich stelle mir vor, dass mein Radio mir an diesem Tag tatsächlich hilft, solch ein Ereignis zu reflektieren, indem außer tatsächlichen Informationen – wer, wie , wann, wo, was, wie viele – beispielsweise durch Nachrichten oder Beiträge deutlich gemacht wird, dass das Leben tatsächlich weiter geht und gleichzeitig auch noch andere Dinge geschehen. Vielleicht kann man auch darüber nachdenken, wie man denn jetzt tatsächlich damit umgehen kann, ohne eigene Befürchtungen zu verdrängen. Der Hinweis, wie viele Millionen Menschen auch an so einem Tag unbehelligt ihren Beschäftigungen nachgehen, mag zum Beispiel den einen oder anderen davon abhalten, die Welt nur noch aus der Perspektive eines möglichen Opfers zu sehen.

Es tut mir Leid, dass ich keine konkreten Vorschläge machen kann. Andererseits sind Sie ja die Medienprofis und sollten so etwas schon hinkriegen, wenn Sie sich ein bisschen anstrengen. Ich hoffe, das ist nicht zu viel verlangt.

Aber bitte, denken Sie über ein vernünftiges Programmschema bei Katastrophen nach!

Für Ihre Bemühungen im Voraus recht herzlichen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

Mittwoch, 23. März 2016

Projekt CICERO, 1. Teil

Als wir vor ein paar Monaten ein paar Tage in Gent waren, trennten sich am Samstagvormittag unsere Wege. Während die Frau meines Herzens die örtlichen Mode- und Schuhgeschäfte inspizierte, verbrachte ich die Stunden in der Buchhandlung PAARD VAN TROJE – wirklich eine der besseren Buchhandlungen Europas mit Kaffeeausschank.

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Den Laden verlassen habe ich dann schwer bepackt, einschließlich eines wunderbaren Buches über Kunst, von dem ich sicher war, es gefällt auch der Frau meines Herzens. Leider war das Buch auf Englisch, und die Frau meines Herzens hat einfach keinen Spaß daran, englische Bücher zu lesen. Es ist macht ihr einfach keinen Spaß und ich finde ihre Weigerung, in ihrer Freizeit Dinge zu tun, die weder notwendig sind noch Spaß machen, vollkommen richtig.

Das Buch ist aber wirklich gut und ich bin sicher, dass sie es mögen würde. Wieder zu Hause, schaue ich nach, ob es vielleicht eine deutsche Ausgabe gibt – nein. Ich schicke dem Autor in Amsterdam eine Mail und frage höflich an, ob die deutschen Rechte an seinem Buch noch zu haben wären. Zu meiner großen Überraschung habe ich schon am nächsten Morgen eine freundliche Antwort mit dem Hinweis, mich doch am besten mit seiner Verlegerin in Verbindung zu setzen, Adresse beigefügt; das Buch gäbe es jetzt in Englisch, Französisch, Chinesisch und Koreanisch, aber in Deutsch wäre sicher auch eine interessante Idee.

Eine Woche, mehrere Telefonate und etliche Emails später habe ich bis zum 30. April das exklusive Recht, einen deutschen Verlag für das Buch zu finden.

Soweit, so gut. Nur, was mache ich jetzt? Nach einigem Nachdenken, vor und nach einem sehr informativen Gespräch mit einem Branchenkenner, sind die nächsten Schritte klar und logisch: Ich brauche ein aussagekräftiges und erfolgversprechendes Expose, um überhaupt eine Chance zu haben, ernsthaft ins Gespräch zu kommen. Ich erinnerte mich an Harry Rowohlts Worte:

„Haben Sie schon einmal versucht, ein Buch bei einem Verlag unterzubringen? Für so etwas sind Sie bei einem Verlag an der ganz falschen Adresse. Verlage machen nur Bücher, auf die sie selbst gekommen sind, durch einsame kollektive Entscheidungen, und es sind auch keine Bücher, sondern Projekte, und wenn man von einem Projekt nicht auf Anhieb so begeistert ist wie der Verlag nach anderthalb Jahren intensiven Projekteschmiedens, gilt man als schwierig.“

Hatte ich eine Wahl? Also mache ich mich an die Arbeit.

Montag, 21. März 2016

Vorgedacht 1

" Ein Gespräch setzt voraus, dass der andere recht haben könnte."


(Hans-Georg Gadamer,deutscher Philosoph, 1900-2002)

Sonntag, 20. März 2016

Das Highlight zum Wochenende

Diese Woche ist das süddeutsche zeitung magazin wieder ein echtes Highlight zum Wochenende. Unter dem Titel „Die Frau meines Lebens – ein Männerheft“ hat die Redaktion Artikel zusammen gestellt, von denen jeder unbekannte Facetten der Wirklichkeit enthüllt, den Leser überrascht und noch einige Zeit im Kopf widerhallt.

Besonders beeindruckt hat mich ein Satz aus dem Bericht über Bualoi Sasai, einer 52jährigen Thailänderin, die sich in Pattaya um abgestürzte, in Not geratene Deutsche, meist Rentner, kümmert. Sie wird mit den Worten zitiert:

„Viele deutsche Männer sind zu schwach für Thailand. In Deutschland wirst du mit Geld geboren. Jeder hat eine Krankenkassenkarte, und wer keine Arbeit hat, bekommt Hartz IV. Die Menschen lernen nicht, sich zu kontrollieren, sie haben keine Sorgen. In Thailand macht der Staat nichts. Du musst dich kontrollieren, sonst verreckst du auf der Straße. Ich habe als Kind gearbeitet, um etwas auf den Teller zu bekommen. Die Deutschen kennen das nicht.“

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